Der Digitale Produktpass - das Nachschlagewerk nach Branchen

Der Digitale Produktpass - das Nachschlagewerk nach Branchen

Vierzehn Branchenseiten, elf Checklisten, jede Frist mit Quelle - das Nachschlagewerk zum Digitalen Produktpass. Und warum sich ein Pass vor der Pflicht lohnt.

Die Frage, die uns am häufigsten erreicht, lautet nicht «Was ist ein Digitaler Produktpass?». Sie lautet «Wann trifft er uns, und was genau muss hinein?». Die ehrliche Antwort beginnt fast immer mit «Das hängt von Ihrer Branche ab» - und endete bisher zu oft genau dort.

Deshalb haben wir sie zu Ende geschrieben. Unser Branchen-Nachschlagewerk ist online: vierzehn Branchenseiten, elf Checklisten, eine Grafik je Branche, jede Frist mit ihrer Fundstelle im Verordnungstext. Rund 59’000 Wörter auf Deutsch, in 40 Sprachen übersetzt. Dieser Beitrag zeigt, was Sie dort finden, und begründet, warum wir Ihnen raten, den Pass zu veröffentlichen, bevor Sie es müssen.

Was Sie auf jeder Seite finden

Jede Branchenseite hat denselben Aufbau, damit Sie sich nach der ersten in jeder weiteren zurechtfinden:

  • Zeitplan mit jedem Datum, das die Verordnung setzt, vom Inkrafttreten bis zu den Pflichten des nächsten Jahrzehnts. Termine, die an noch nicht erlassenen Rechtsakten hängen, sind als solche markiert.
  • Rollen und ihre Pflichten: Hersteller, Importeur, Händler, Eigenmarke, Marktplatz, mit Artikelnummer.
  • Pflichtdaten: die Felder, die der Pass Ihrer Branche trägt, und woher sie stammen.
  • Amtliche Quellen: die Verordnungen, Leitfäden und Arbeitspläne, verlinkt an ihre Fundstelle bei EUR-Lex und der Kommission, mit einem Satz dazu, wann Sie welches Dokument brauchen.
  • Fragen und Antworten: die Fragen, die uns Hersteller dieser Branche am häufigsten stellen, von der GTIN bis zur Registrierung.
  • Eine Grafik, die die Regeln, Ihre vorhandenen Daten und den Pass mit seinen Lesestufen in ein Bild bringt.
  • Zum Mitnehmen: die Checklisten der Branche als ausfüllbares PDF und eine Excel-Vorlage mit einer Beispielzeile, ohne Konto.

Legen Sie die Seite Ihrer Branche als Lesezeichen ab. Wir pflegen sie nach, sobald neue regulatorische Informationen veröffentlicht werden, und Sie finden beim nächsten Besuch die aktuelle Fassung, nicht die vom Tag der Veröffentlichung.

Vierzehn Branchen auf einen Blick

Branche Pass ab Rechtsgrundlage
Batterien 18. Februar 2027 Batterieverordnung (EU) 2023/1542
Bauwesen Nach dem delegierten Rechtsakt Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110
Metalle Erwartet ab 2028 ESPR-Rechtsakt, Arbeitsplan 2025
Textilien & Mode Erwartet ab 2029 ESPR-Rechtsakt, Arbeitsplan 2025
Möbel Erwartet ab 2029 ESPR-Rechtsakt, Arbeitsplan 2025
Autoteile & Reifen Erwartet ab 2029 ESPR-Rechtsakt, Arbeitsplan 2025
Chemikalien 23. September 2029 für Detergenzien Detergenzienverordnung; REACH und CLP gelten heute
FMCG 23. September 2029 für Detergenzien Verpackungsverordnung seit 12. August 2026, Detergenzienverordnung
Elektronik Voraussichtlich 2029 Horizontale Ökodesign-Rechtsakte, Termin offen
Spielzeug 1. August 2030 Spielzeugverordnung (EU) 2025/2509
Luxusgüter Noch ohne Termin Bekleidung über den Textil-Rechtsakt
Kosmetik Pflichten gelten heute, ohne Pass Kosmetikverordnung (EG) 1223/2009
Lebensmittel Pflichten gelten heute, ohne Pass LMIV, Wein-E-Label, EUDR; von der ESPR ausgenommen
Pharma Pflichten gelten heute, ohne Pass Fälschungsrichtlinie; ePI mit der Arzneimittelreform

Ein Datum mit Tag und Monat ist geltendes Recht. Ein Jahr mit «erwartet» ist eine Rechnung aus dem Arbeitsplan der Kommission und der 18-Monats-Frist der ESPR. Der Unterschied ist der Kern des Nachschlagewerks, und er verdient einen eigenen Abschnitt.

Drei Arten von Recht, drei Grade von Festigkeit

Die Termine der Tabelle stammen aus drei verschiedenen Arten von Recht.

Sektorverordnungen mit eigenem Pass. Die Batterieverordnung, die Spielzeugverordnung, die Detergenzienverordnung und die Bauproduktenverordnung schreiben den Pass in ihren eigenen Text, mit Datum. Diese Daten stehen im Amtsblatt. Wo Einzelheiten auf einen weiteren Rechtsakt warten, sagt die Seite das.

Produktgruppen unter der Ökodesign-Verordnung. Die ESPR setzt selbst kein Datum. Sie ermächtigt zu delegierten Rechtsakten je Produktgruppe, und jeder Rechtsakt lässt den Wirtschaftsakteuren mindestens 18 Monate (Art. 4 Abs. 4). Der Arbeitsplan vom 16. April 2025 nennt Textilien, Eisen und Stahl, Aluminium, Reifen, Möbel und Matratzen mit indikativen Jahren. Die Jahreszahlen dieser Seiten sind deshalb Erwartungen, keine Fristen, und wir schreiben es so hin.

Pflichten, die heute ohne Pass gelten. Kosmetik, Lebensmittel und Pharma tragen Informationspflichten nach älterem Recht, und die ESPR nimmt Lebensmittel, Futtermittel und Arzneimittel dauerhaft aus (Art. 1 Abs. 2). Der Pass ist dort ein Weg, diese Pflichten dorthin zu tragen, wo das Etikett keinen Platz mehr hat. Er ist keine neue Verpflichtung, und wir nennen ihn auch nicht so.

Wir hätten je Branche eine Jahreszahl drucken können, und sie hätte fest ausgesehen. Wir schreiben lieber an jedes Datum, woher es stammt und wie fest es ist. Das ist mühsamer, und es ist die einzige Form, in der ein Nachschlagewerk in zwei Jahren noch stimmt. Wie die einzelnen Fristen zusammenhängen, steht in unserem Beitrag zum ESPR-Zeitplan.

Warum jetzt veröffentlichen, wenn noch keine Pflicht gilt

Die Tabelle oben liest sich wie eine Einladung zum Warten. Ausser bei Batterien liegt jede Frist zwei bis vier Jahre entfernt oder steht noch gar nicht fest. Wir raten trotzdem, den Pass zu veröffentlichen, sobald die Daten es tragen, aus fünf Gründen.

Der Pass ist der kurze Schritt, die Daten sind der lange Weg. Rund 70 Prozent der geforderten Felder liegen in fast jedem Unternehmen bereits vor, verteilt auf Tabellen, PDF-Datenblätter und Lieferantenmails. Sie zusammenzuführen und die fehlenden 30 Prozent zu beschaffen, kostet Monate, vor allem dort, wo ein Zulieferer gefragt und eine Vertragsklausel verhandelt werden muss. Ist der Bestand einmal da, ist der Pass ein Knopfdruck. Wer heute anfängt, erledigt die lange Strecke in Ruhe statt im Quartal vor der Frist; die Rechnung dazu steht in warum der DPP zur Digitalisierung zwingt.

Ein Pass, den man prüfen kann, verkauft. Nachhaltigkeit behaupten kann jeder Prospekt. Ein Pass macht sie nachprüfbar: Jede Version ist signiert und lässt sich in jedem Browser gegen einen öffentlichen Schlüssel prüfen, ohne Rückfrage bei uns. Einkäufer, Handel und Ausschreibungen fragen heute schon nach Materialzusammensetzung, Herkunft und Reparierbarkeit, und ein QR-Code auf dem Produkt, der diese Fragen beantwortet, ist ein Verkaufsargument, das Sie Jahre vor der Pflicht in der Hand haben. Wie ein Pass zum Kontaktpunkt mit Kunden wird, steht in vom Pflichtpass zum Marketinginstrument.

Das Ziel steht fest. Noch vor zwei Jahren bewegten sich Normen und Register, und wer früh baute, baute auf Entwürfe. Das ist vorbei: Sechs der acht europäischen DPP-Normen sind seit dem 15. Juli 2026 im Amtsblatt zitiert, das EU-Register ist seit dem 20. Juli 2026 in Betrieb, und jeder Pass, gleich welcher Branche, teilt denselben Unterbau - dasselbe Kennungsschema, dieselben technischen Elemente, dasselbe Register. Ein Pass, den Sie heute veröffentlichen, ist kein Prototyp, den Sie zur Frist wegwerfen. Die ehrliche Einschränkung: Zwei Normen warten noch auf ihre Zitierung, die Schnittstelle für die Registrierung ist noch nicht final, und den Eintrag ins Register nehmen Sie selbst vor, ein Dienstleister darf das nicht. Die Daten dafür, Produktkennung, Passadresse und Fingerabdruck, hält Ihr Pass bereit; mehr in unserer Analyse der Registerverordnung und in wie Transpareo die harmonisierten Normen erfüllt.

Die günstigere Hälfte der Rechnung. Ein Pass kostet ein Bruchteil dessen, was ein am Zoll festgehaltener Container, ein Rückruf ohne Chargenbezug oder ein Safety-Gate-Eintrag mit Ihrer Marke kostet. Wer vor der Frist beginnt, wählt das planmässige Szenario; wer im Jahr der Frist beginnt, das reaktive. Die Zahlen dazu stehen in was der DPP kostet und was Sanktionen kosten.

Ein Sortiment für die EU und den Rest der Welt. Wer ausserhalb der EU herstellt, für den ist der Pass der Marktzugang, und was für den europäischen Markt strukturiert ist, lässt sich mit denselben Daten in jeden anderen tragen. Die Regeln der EU werden zur Vorlage für andere Märkte; warum, erklärt unser Beitrag zum Brüssel-Effekt.

Eine Bedingung gilt durchgehend: echte Daten. Ein prüfbarer Pass entlarvt eine geschönte Angabe schneller, als es eine Hochglanzbroschüre je getan hat. Wer das als Risiko liest, sollte warten. Wer es als Chance liest, hat den Vorsprung, den die Tabelle oben verspricht.

Ein Konto ist kostenlos, und die erste Vorlage steht in Minuten: Starten Sie heute, mit dem Pflichtdatensatz Ihrer Branche als Ausgangspunkt.

So bleibt das Nachschlagewerk aktuell

Ein Nachschlagewerk ist so gut wie sein letzter Stand. Wir aktualisieren jede Seite, sobald ein Rechtsakt erlassen, ein Entwurf veröffentlicht, eine Norm zitiert oder eine Klarstellung des EU-DPP-Helpdesks bekannt wird. Die Änderungen, die zählen, fassen wir einmal im Monat im Newsletter zusammen.

Und weil vierzehn Branchen mehr Fachwissen verlangen, als ein Team hat: Wenn Sie in Ihrer Branche eine Lücke oder einen Fehler finden, schreiben Sie uns. Die nächste Fassung trägt die Korrektur, und das Nachschlagewerk wird mit jeder Rückmeldung genauer.

Fragen zu diesem Beitrag

Für welche Branchen gilt der Digitale Produktpass, und ab wann?

Ein Datum im Gesetz haben bisher Batterien (18. Februar 2027 nach der Batterieverordnung 2023/1542), Detergenzien (23. September 2029 nach der Detergenzienverordnung) und Spielzeug (1. August 2030 nach der Spielzeugverordnung 2025/2509); Bauprodukte folgen, sobald der delegierte Rechtsakt zur Bauproduktenverordnung vorliegt. Textilien, Eisen und Stahl, Aluminium, Reifen, Möbel und Matratzen stehen im Ökodesign-Arbeitsplan vom 16. April 2025 mit indikativen Jahren für ihre Rechtsakte; jeder Rechtsakt lässt danach mindestens 18 Monate Zeit. Kosmetik, Lebensmittel und Pharma tragen Informationspflichten nach älterem Recht, ohne Pass. Die Seite jeder Branche führt ihre Termine mit Fundstelle.

Woher weiss ich, wie fest ein Datum ist?

An der Art des Rechts, aus dem es stammt. Steht der Pass mit Datum in einer Sektorverordnung, ist das Datum geltendes Recht. Stammt das Jahr aus dem Ökodesign-Arbeitsplan, ist es eine Erwartung, denn die ESPR setzt selbst kein Datum, sondern ermächtigt zu delegierten Rechtsakten je Produktgruppe. Jede Seite des Nachschlagewerks markiert, welche ihrer Termine an noch nicht erlassenen Rechtsakten hängen.

Darf ich einen Produktpass veröffentlichen, bevor er Pflicht ist?

Ja. Einem freiwilligen Pass steht nichts entgegen, und er nutzt denselben Unterbau wie der spätere Pflichtpass - das EU-Register, das seit dem 20. Juli 2026 in Betrieb ist, dasselbe Kennungsschema, dieselben technischen Elemente. Zwei Dinge sollten Sie wissen. Die Daten müssen echt sein, denn ein signierter, im Browser prüfbarer Pass entlarvt eine geschönte Angabe schneller als jede Broschüre. Und in Branchen, die die ESPR ausnimmt, etwa Lebensmittel und Arzneimittel, ist der Pass eine Erweiterung des Etiketts, kein Produktpass im Sinne der ESPR.

Sind die Checklisten und Excel-Vorlagen kostenlos?

Ja, und sie brauchen kein Konto. Jede Checkliste lässt sich im Browser abhaken oder als ausfüllbares PDF herunterladen; die Excel-Vorlage einer Branche zeigt eine ausgefüllte Beispielzeile mit allen Spalten, die der Transpareo-Import erwartet, in der Sprache der Seite. Jede Checkliste nennt ihre Art - geltendes Recht, vorläufig, heute geltende Pflichten oder von der ESPR ausgenommen.

Meine Branche steht nicht auf der Liste. Was heisst das?

Meist, dass die EU für sie noch keinen Passtermin gesetzt hat und sie auch nicht im ersten Ökodesign-Arbeitsplan steht. Die ESPR erlaubt später Rechtsakte für weitere Produktgruppen, und wir ergänzen das Nachschlagewerk, sobald eine Branche einen Termin oder einen Entwurf hat. Bis dahin ist die Übersicht der drei Rechtsarten auf der Branchenseite die verlässliche Orientierung, und der Newsletter meldet, wenn sich etwas bewegt.

Wie oft wird das Nachschlagewerk aktualisiert?

Sobald neue regulatorische Informationen veröffentlicht werden - ein erlassener Rechtsakt, ein Entwurf der Kommission, eine zitierte harmonisierte Norm, eine Klarstellung des EU-DPP-Helpdesks. Änderungen an den Regeln fassen wir einmal im Monat im Newsletter zusammen. Die Seiten sind als Lesezeichen gedacht, nicht als Momentaufnahme.

Wenn sich die Regeln bewegen, erfahren Sie es zuerst

Wir aktualisieren das Branchen-Nachschlagewerk, sobald ein Rechtsakt erscheint, und schicken Ihnen die Änderungen, die zählen, einmal im Monat.