Der DPP zwingt zur Digitalisierung - und das ist die eigentliche Chance

Der DPP zwingt zur Digitalisierung - und das ist die eigentliche Chance

Der grösste Aufwand am Digitalen Produktpass ist nicht die Pflicht, sondern das Digitalisieren und Konsolidieren der Produktdaten. Wer heute beginnt, gewinnt zuerst ein sauberes Produktdatenmanagement - und ist nebenbei DPP-bereit.

Die Diskussion um den Digitalen Produktpass dreht sich fast immer um Fristen, Rechtsakte und Sektorpläne. Für die meisten Unternehmen liegt die erste echte Hürde aber woanders: Ihre Produktdaten sind gar nicht digital - jedenfalls nicht so, dass sich ein Pass daraus erzeugen liesse. Sie liegen in PDF-Datenblättern, in E-Mails von Zulieferern, in den Köpfen langjähriger Mitarbeiter und in einem guten Dutzend Excel-Dateien auf verschiedenen Laufwerken.

Der DPP zwingt diese Unternehmen, ihre Produktdaten zum ersten Mal sauber zu digitalisieren und an einem Ort zusammenzuführen. Das ist mühsam. Aber es ist Arbeit, die sich sofort auszahlt - unabhängig davon, wann die Pflicht für Ihre Branche greift.

Der DPP ist nur der Anlass - das Problem ist älter

Wer einen DPP erzeugen will, braucht pro Produkt einen vollständigen, strukturierten Datensatz: Stammdaten, Komponenten und Materialien, Herkunft, Umweltkennzahlen. Theoretisch existieren diese Daten in fast jedem Unternehmen bereits. Praktisch sind sie über viele Systeme und Formate verstreut, doppelt gepflegt und an keiner Stelle vollständig.

Das Zusammenführen dieser Daten ist der eigentliche Kraftakt - nicht das Erzeugen des Passes danach. Und dieser Kraftakt hat einen Wert, der mit dem DPP gar nichts zu tun hat: weniger Fehler, schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeiter, eine einzige verlässliche Quelle statt zehn widersprüchlicher Tabellen. Die Digitalisierung, zu der der DPP zwingt, ist eine Aufräumaktion, die ohnehin überfällig war.

Transpareo ist zuerst ein Produktdatenmanagement-Werkzeug

Im Kern ist Transpareo ein Werkzeug, um Produktdaten zu verwalten: Produkte, Komponenten und Materialien in einer einzigen, strukturierten Form. Alles, was den DPP ausmacht - Signaturen, QR-Codes, Übersetzung in 39 Sprachen - baut auf diesem Fundament auf. Ohne saubere Produktdaten kein Pass.

Die Struktur dahinter - die Eigenschaftstypen, mit denen Sie Produkte, Komponenten und Materialien beschreiben - ist vollständig anpassbar. Sie bestimmen, welche Felder Ihre Produkte tragen. Damit Sie nicht bei null anfangen, legen wir auf Wunsch die für Ihre Produktkategorie regulierungsrelevanten Felder vorab an - einen Satz Eigenschaftstypen, der die Anforderungen der EU-Rechtsakte bereits abbildet. Das ist ein optionaler Startpunkt, kein Korsett: Sie können diese Felder übernehmen, anpassen, ergänzen oder eigene definieren.

Der flexible Importer: von der Excel-Liste zum strukturierten Bestand

Der schwierigste Teil jedes Datenprojekts ist, vorhandene Daten überhaupt erst hineinzubekommen. Genau dafür gibt es den Importer. Er bildet Ihre bestehenden Dateien - Excel, CSV, Exporte aus ERP- oder PLM-Systemen - auf das Modell ab. Sie liefern die Daten so, wie sie heute vorliegen; der Importer passt sich an Ihre Spalten an, nicht umgekehrt.

Vor dem Speichern prüft ein Validator jeden Datensatz und meldet, was fehlt oder inkonsistent ist - eine fehlende Einheit, ein uneinheitlicher Ländercode, eine leere Pflichtangabe. So wird das Importieren zu einem überschaubaren Kreislauf: hochladen, Lücken sehen, korrigieren, erneut importieren. Statt eines Big-Bang-Projekts ein paar Durchläufe, bis der Bestand steht.

Die API: Anbindung an bestehende Systeme - wo es welche gibt

Unternehmen mit eigener IT-Landschaft binden Transpareo über eine REST-API an ihre bestehenden Systeme an. Stammdaten aus dem ERP, Stücklisten aus dem PLM, Bilder aus dem PIM fliessen automatisch ein, und die Pässe bleiben synchron, ohne dass jemand Daten doppelt pflegt. Wie eine solche Anbindung in der Praxis abläuft, haben wir im API-Playbook zur ERP-Anbindung Schritt für Schritt beschrieben; die vollständige Schnittstelle ist unter /apidocs öffentlich dokumentiert.

Dieselbe API sorgt auch dafür, dass Sie nie eingesperrt sind: Ihren gesamten Bestand holen Sie jederzeit wieder heraus - als CSV, XLSX, JSON-LD und SQL oder über die Schnittstelle selbst. Was Sie heute aufbauen, gehört Ihnen und bleibt portabel.

Sensible Produktdaten bleiben geschützt

Nicht jede Produktinformation ist für die Öffentlichkeit bestimmt. Rezepturen, vollständige Stücklisten oder Einkaufskonditionen können Betriebsgeheimnisse sein - der Reflex, solche Daten nicht aus der Hand zu geben, ist berechtigt. Ein Datenbestand wird ohnehin nur dann gepflegt, wenn man der Ablage vertraut.

Deshalb trennt Transpareo die Daten strikt nach Kunde: Jeder Kunde liegt in einer eigenen, separaten Datenbank, verschlüsselt mit einem eigenen Schlüssel. Keine gemeinsame Tabelle, in der die Produkte mehrerer Unternehmen nebeneinanderstehen, kein Schlüssel, der über Kundengrenzen hinweg gilt. Gehostet wird in Deutschland - Ihre Daten bleiben im Geltungsbereich der DSGVO. Welche Angaben am Ende im öffentlichen DPP erscheinen, entscheiden Sie; alles andere bleibt vertraulich und liegt isoliert.

Für viele KMU gibt es kein «bestehendes System» - es gibt Excel

Die Annahme, dass jedes Unternehmen ein ERP betreibt, geht an der Realität vorbei. Viele kleine und mittlere Unternehmen haben kein PLM, kein PIM und kein integriertes Warenwirtschaftssystem. Ihre Produktdaten leben in Excel-Listen, vielleicht auf einem gemeinsamen Laufwerk, gepflegt von ein, zwei Personen.

Für sie stellt sich die Frage der API-Anbindung gar nicht - der Importer ist die ganze Geschichte. Excel hochladen, einmal die Spalten zuordnen, fertig. Und genau hier entsteht der doppelte Gewinn: Diese Unternehmen bekommen zum ersten Mal ein echtes Produktdatenmanagement - zentral, durchsuchbar, von mehreren Personen nutzbar, mit einer einzigen verlässlichen Quelle - und sind als Nebenergebnis DPP-bereit. Der Nutzen für die tägliche Datenpflege rechtfertigt den Schritt schon für sich allein, lange bevor irgendeine Pflicht greift.

Warum jetzt, wenn die Pflicht Jahre entfernt ist

Für Batterien gilt der DPP ab 2027, für Textilien voraussichtlich ab 2028, für viele weitere Produktgruppen später oder noch ohne festen Termin. Da liegt der Gedanke nahe, zu warten. Das unterschätzt aber, wo die Zeit verloren geht.

Der lange Weg ist die Datenarbeit, nicht das Erzeugen des Passes. Erfahrungsgemäss sind die geforderten Felder zu rund 70 Prozent vorhanden - nur eben verteilt auf zehn Systeme. Diese 70 Prozent zusammenzutragen und die fehlenden 30 Prozent zu beschaffen, kostet Monate, vor allem dort, wo Daten erst bei Zulieferern angefragt und vertraglich abgesichert werden müssen. Wer heute beginnt, erledigt das in Ruhe, statt es kurz vor einem Stichtag zu retten.

Hinzu kommt: Sie gehen kein Risiko ein. Der Bestand ist jederzeit exportierbar, und den regulierungsfertigen Feldsatz pflegen wir mit der Regulierung nach. Sie strukturieren jetzt und verfeinern später - der Aufwand ist nicht verloren, falls sich Details der Rechtsakte noch ändern.

DPPs vor der Pflicht: Innovationssignal und Kundenvertrauen

Ist der Datenbestand einmal aufgebaut, ist der Pass selbst der einfache letzte Schritt - ein Knopfdruck. Das eröffnet eine Möglichkeit, die viele übersehen: Sie können DPPs ausstellen, bevor Sie gesetzlich dazu verpflichtet sind.

Ein Pass vor der Pflicht ist ein Signal. Er zeigt, dass ein Unternehmen Transparenz und Nachhaltigkeit ernst nimmt, während der Wettbewerb noch über Fristen diskutiert. Und weil die Daten signiert und im Browser nachprüfbar sind, steht hinter dem Signal ein überprüfbarer Datensatz statt eines Werbeversprechens. Wie sich ein DPP über den reinen Pflichtcharakter hinaus als Berührungspunkt mit Kunden nutzen lässt, haben wir in Vom Pflichtpass zum Marketinginstrument beschrieben.

Eine Bedingung gilt dabei immer: echte Daten. Ein früher DPP wirkt nur, solange er hält, was er zeigt - Greenwashing fliegt bei nachprüfbaren Pässen schneller auf als bei einer Hochglanzbroschüre.

Fazit

Der DPP ist der Anlass, aber der bleibende Gewinn ist ein digitalisierter, konsolidierter Produktdatenbestand. Transpareo macht den Import einfach, bindet sich per API an vorhandene Systeme an, wo es welche gibt, und ersetzt das Excel-Durcheinander, wo es keine gibt. Fangen Sie bei den Daten an - dann wird der DPP zu einem Häkchen, das Sie setzen, wann immer die Frist kommt. Oder früher, wenn Sie sich den Vorsprung sichern wollen.

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