Digitaler Produktpass: Geschaffen, um zu bleiben

Digitaler Produktpass: Geschaffen, um zu bleiben

Transpareo baut jeden Digitalen Produktpass ab der ersten Version so, dass er den Verkauf, einen Anbieterwechsel und seinen Hersteller überdauert. Jede Version ist signiert, verkettet und ohne uns prüfbar, und der öffentliche Teil des Passes antwortet auch nach dem Ende des Herstellers unter denselben Adressen.

Im Frühjahr 2036 bekommt ein Polsterer einen Sessel auf den Tisch. Der Bezug ist durchgesessen, der Rahmen ist noch gut. Unter dem Sitz klebt ein kleiner QR-Code. Die Manufaktur, die den Sessel 2026 gebaut hat, gibt es seit fünf Jahren nicht mehr.

Er scannt den Code, und der Digitale Produktpass öffnet sich. Oben steht «Archiviert am 30. Juni 2031», darunter alles, was er für seine Arbeit braucht, denn die Manufaktur hat ihre Reparaturangaben öffentlich gemacht: der Schaumstoff mit seinem Raumgewicht, die Fasern des alten Bezugs, wie der Rahmen verleimt und verschraubt ist. Die Anzeige prüft die Signatur in seinem Browser, und sie stimmt.

Für diese Dauer muss ein Produktpass gebaut sein. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) verlangt, dass er für den vorgeschriebenen Zeitraum verfügbar bleibt, . Bei Transpareo ist dieser Fall heute schon gebaut, für alles, was ein Pass öffentlich zeigt. Wie, zeigen wir am Sessel aus der Manufaktur, von seinem ersten Pass bis zum Tag in der Werkstatt.

Schwieriger ist, was ein Pass nur bestimmten Lesern zeigt. Das Recht verlangt, dass auch diese Angaben über Jahre erhalten bleiben und trotzdem nur wenigen offenstehen, selbst wenn es das Unternehmen, das über den Zugang entscheidet, längst nicht mehr gibt.

Einen Pass ändert nur sein Unternehmen

Das Recht, einen Pass zu ändern, bindet die ESPR . In Transpareo ändert ihn das Unternehmen, das ihn ausstellt, und wem es die Rechte dazu gibt. Jede Änderung wird eine neue, signierte Version, verkettet mit der vorherigen: die Transpareo Proofchain. Korrigiert die Manufaktur 2028 das Raumgewicht des Schaumstoffs, sieht ein Leser die neue Angabe, die alte und den Tag der Korrektur.

Eine veröffentlichte Version lässt sich nicht mehr unbemerkt ändern, auch von uns nicht. Wie das gesichert ist, steht in unserem Beitrag über Signaturen im Produktpass.

Wenn der Hersteller aufhört

Hört ein Unternehmen auf, finden seine Kunden die Pässe weiter, unverändert, auch während sein Arbeitsbereich ruht. Wird der Arbeitsbereich endgültig geschlossen, überführt Transpareo die veröffentlichten Pässe in ein statisches Archiv:

  • Dieselben Adressen. Jeder gedruckte QR-Code und jeder GS1-Link führt weiter zum Pass, unter jeder Adresse, die der Arbeitsbereich hatte.
  • Dieselben Daten. Die signierten Versionen, das Ereignisprotokoll, die Bilder und die technischen Dokumente liegen unverändert im Archiv, so wie die Öffentlichkeit sie zuletzt gesehen hat. Jede Seite trägt den Hinweis «Archiviert am» mit dem Tag der Schliessung.
  • Keine neue Version mehr. Der private Schlüssel, mit dem das Unternehmen signiert hat, wird gelöscht. Seine öffentliche Hälfte bleibt, damit jeder die alten Signaturen weiter prüfen kann. Im Namen des Unternehmens kann danach niemand mehr etwas signieren, auch wir nicht.
  • Zehn Jahre ab der Schliessung. So lange liefert das Archiv die Pässe aus. Wir können die Frist verlängern, verkürzen lässt sie sich nicht.

Ausstellerin bleibt die Manufaktur. Ihr Name steht auf jeder Seite und ihre Signatur auf jeder Version. Transpareo hält die Adressen erreichbar und fügt nichts hinzu.

Das Archiv zeigt den Pass so, wie sein Unternehmen ihn zuletzt ausgestellt hat, und kann nichts anderes.

Der Polsterer sieht 2036 deshalb genau das, was die Manufaktur bis 2031 in ihrem Pass öffentlich gezeigt hat, mit der Korrektur von 2028 und allen Versionen davor.

Was Sie mitnehmen

Sollten Sie Transpareo eines Tages verlassen, nehmen Sie Ihre Produkte, Komponenten und Pässe samt allen Eigenschaften, auch den eingeschränkten, und allen Texten in jeder Sprache zu einem Anbieter Ihrer Wahl mit. Der Export liefert sie als Tabelle (CSV oder Excel), verknüpfte Daten (JSON-LD) oder für eine Datenbank (SQL), wie unser Leitfaden zum Digitalisieren von Produktdaten zeigt. Ihre Freigaben für bestimmte Leser gehören zum Arbeitsbereich; beim neuen Anbieter richten Sie sie neu ein.

Zusätzlich erhalten Sie das DPP-Webarchiv mit demselben öffentlichen Teil wie das Archiv nach einer Schliessung: jede Passseite in jeder Sprache, jede signierte Version, das Ereignisprotokoll, die Bilder, die Dokumente und die öffentlichen Schlüssel. Zum DPP-Webarchiv gehört auch die Transpareo Time Machine, unsere quelloffene Anzeige-App.

Das DPP-Webarchiv läuft auf jedem einfachen Webserver, ohne Datenbank und ohne Transpareo. Eine Server-Konfiguration für kurze Adressen und GS1-Links liegt bei.

Beides laden Sie herunter, solange Ihr Arbeitsbereich läuft. Stellen Sie das Archiv unter Ihrer neuen Adresse bereit und hinterlegen Sie diese, bevor Sie den Arbeitsbereich löschen. Dann leitet jede alte Adresse Ihrer Pässe dorthin weiter.

Transpareo Vault: was die EU-Registrierung hinzufügt

Das statische Archiv zeigt, was öffentlich war. Ein Produktpass hat aber auch Angaben, die nur bestimmte Leser sehen dürfen, und für sie gibt es den Transpareo Vault.

Sobald Ihre Pässe im EU-Register eingetragen sind, schreibt Transpareo jede Version vollständig, mit allen eingeschränkten Angaben, zehn Jahre lang in ein separates Archiv, das sich nur einmal beschreiben lässt. Bis die Frist abgelaufen ist, kann dort niemand etwas ändern oder löschen, weder Sie noch wir. Eine Behörde findet die Angaben dort auch dann, wenn es das Unternehmen längst nicht mehr gibt.

Der Transpareo Vault ist gebaut und greift mit der Registrierung, weil die vorgeschriebene Aufbewahrung mit ihr beginnt. Das Register selbst . Was der Eintrag von Ihnen verlangt, steht in unserer Analyse der Registerverordnung.

Was das Recht noch offenlässt

Für eingeschränkte Angaben verlangt das Recht zweierlei. Der Pass soll bleiben, bei Batterien , und seine geschützten Teile sollen nur wenige sehen: Für Batterien gilt als Massstab des Rechtsakts über die berechtigten Leser, , und unter der ESPR muss die Kommission . Beschränkt wird der Zugang; die Angaben selbst muss der Pass behalten. Wie Transpareo sie schützt, steht in unserem Beitrag über Geschäftsgeheimnisse im Produktpass.

Solange es das Unternehmen gibt, gehen beide Pflichten zusammen: Es hält die Angaben und entscheidet, wer sie sieht. Bei Transpareo enden seine Freigaben mit ihm. Die beiden Archive tragen nur den öffentlichen Teil, aus dem Transpareo Vault erhalten danach nur Behörden Angaben, und vor der Registrierung enden eingeschränkte Angaben mit dem geschlossenen Arbeitsbereich.

Für die Angaben selbst sorgt die ESPR vor: Das Unternehmen muss . Wer nach dem Ende des Unternehmens prüft, ob ein Leser Anspruch auf eingeschränkte Angaben hat, und sie ihm aus dieser Kopie gibt, legt die Verordnung nicht fest. Wer welche Angaben sehen darf, regelt , und unter der ESPR ist bisher keiner erlassen, auch für Möbel nicht.

Am weitesten sind die Batterien: Zum Rechtsakt, der , hat die Kommission im Oktober 2026 einen Entwurf vorgelegt, zu dem sie bis zum 16. November 2026 Rückmeldungen annimmt. Er nennt unter anderem Reparaturbetriebe, Recycler und den Käufer einer Batterie, lässt aber offen, wie sie ihren Anspruch nachweisen, wer ihn prüft und was gilt, wenn es den Hersteller nicht mehr gibt.

In unserer Rückmeldung an die Kommission haben wir den Entwurf begrüsst und einen Besitzercode aus den Kaufpapieren vorgeschlagen, mit dem der Käufer einer Batterie Zugang für eine Werkstatt freigeben könnte, befristet und jederzeit widerrufbar. Dass die Angaben nach dem Ende des Herstellers noch vorliegen, ein Widerruf überall gilt und jemand sie sicher ausliefert, leistet der Code allein nicht. Ob der Rechtsakt ihn aufnimmt, entscheidet die Kommission.

Hätte die Manufaktur den Aufbau des Rahmens nur Reparaturbetrieben gezeigt, fände der Polsterer ihn 2036 im Archiv nicht. Solange das Recht offenlässt, wer solche Angaben danach freigibt, gehört in den öffentlichen Teil, was ein Pass auch nach seinem Hersteller noch zeigen soll.

Ein Pass auf zehn Jahre braucht einen Anbieter auf zehn Jahre

Ein Versprechen über zehn Jahre ist so viel wert wie das Unternehmen, das es gibt. Transpareo ist seit dem ersten Tag eigenfinanziert, ohne Investoren, die auf einen Verkauf hinarbeiten. 51 Prozent des Aktienkapitals der Transpareo AG hält die gemeinnützige Transpareo Stiftung in Zug, die der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht untersteht. Eine Stiftung kann ihr Vermögen nicht veräussern, die Mehrheit an Transpareo kann also nie den Besitzer wechseln. Mehr dazu steht auf unserer Seite über das Unternehmen und seine Stiftung.

Wir bauen den Pass trotzdem für den Fall, dass es uns eines Tages nicht mehr gibt. Jede Version lässt sich ohne uns gegen öffentliche Schlüssel prüfen, alle Daten Ihrer Pässe lassen sich exportieren, und mit dem DPP-Webarchiv halten Sie zusätzlich eine vollständige Kopie des öffentlichen Teils in der eigenen Hand. Einen Pass so zu bauen, dass er ohne seinen Anbieter auskommt, war die aufwendigere Wahl. Für Angaben, auf die sich ein Polsterer, ein Recycler oder eine Behörde in zehn Jahren noch verlassen soll, halten wir sie für die richtige.

Warum der Anfang zählt

Die Geschichte eines Passes beginnt mit seiner ersten Version, und jede Korrektur, jede neue Charge und jedes Ereignis kommt signiert und mit Datum dazu. Weil die Manufaktur 2026 veröffentlicht hat, liest der Polsterer 2036 die ganze Geschichte des Sessels mit.

Eine signierte Geschichte lässt sich nicht rückdatieren. Sie beginnt an dem Tag, an dem Sie veröffentlichen.

Für die Batterien von E-Bikes und Elektrofahrzeugen und für Industriebatterien über 2 kWh , wie unser Überblick zum Batteriepass-Stichtag zeigt. Für Möbel wird er voraussichtlich ab 2029 erwartet, und die Termine der übrigen Branchen stehen im Branchen-Nachschlagewerk.

Was Monate dauert, ist das Sammeln der Angaben. Mit Transpareo Upstream fragen Sie diese Angaben direkt bei Ihren Lieferanten an, und liegen sie vor, sind die Pässe in wenigen Minuten veröffentlicht.

Ihr Tarif ist monatlich kündbar. Jeden Pass, den Sie veröffentlichen, baut Transpareo so, dass sein öffentlicher Teil weiter antwortet, ob Sie bleiben, umziehen oder eines Tages aufhören. Der Sessel aus der Manufaktur hat seinen Pass 2026 bekommen, und er trägt ihn noch 2036.

Fragen zu diesem Beitrag

Wie lange muss ein Digitaler Produktpass verfügbar bleiben?

So lange, wie ; ohne eigene Regel . Bei Transpareo bleibt ein Pass erreichbar, solange Ihr Arbeitsbereich läuft, nach seiner Schliessung der öffentliche Teil zehn Jahre lang als statisches Archiv unter denselben Adressen. Diese Frist lässt sich verlängern, verkürzen lässt sie sich nicht.

Was geschieht mit dem Produktpass, wenn der Hersteller insolvent wird?

Die Ökodesign-Verordnung verlangt, dass der Pass . Bei Transpareo finden die Kunden eines Unternehmens seine Pässe weiter, unverändert, auch während sein Arbeitsbereich ruht. Wird der Arbeitsbereich geschlossen, geht der öffentliche Teil der Pässe in das statische Archiv über, unverändert und unter denselben Adressen.

Was geschieht mit vertraulichen Angaben im Produktpass, wenn es den Hersteller nicht mehr gibt?

Angaben, die ein Unternehmen nur bestimmten Lesern zeigt, etwa einem Reparaturbetrieb, einem Recycler, dem Besitzer eines Stücks oder einer Behörde, gibt bei Transpareo das Unternehmen selbst frei. Seine Freigaben enden mit ihm, und das statische Archiv und das DPP-Webarchiv enthalten nur den öffentlichen Teil der Pässe. Sind die Pässe im EU-Register eingetragen, bewahrt der Transpareo Vault jede Version vollständig auf, mit allen eingeschränkten Angaben, und Behörden erhalten sie auch nach dem Ende des Unternehmens. Einem Reparaturbetrieb, einem Recycler oder einem Besitzer darf sie dann niemand mehr freigeben, und wer nach dem Ende eines Herstellers den Anspruch eines solchen Lesers prüft, legt das Recht bisher nicht fest. Vor der Registrierung enden eingeschränkte Angaben mit dem Arbeitsbereich, wenn er geschlossen wird.

Kann Transpareo einen archivierten Pass ändern?

Nein. Die signierten Versionen liegen Byte für Byte so im Archiv, wie das Unternehmen sie veröffentlicht hat, und der private Schlüssel, mit dem es signiert hat, ist gelöscht. Jede nachträgliche Änderung liesse die Prüfung im Browser scheitern.

Kann ich meine Produktpässe selbst bereitstellen?

Ja. Sollten Sie Transpareo eines Tages verlassen, exportieren Sie alle Daten Ihrer Produkte, Komponenten und Pässe als Tabelle, als verknüpfte Daten oder für eine Datenbank und nehmen sie zu einem Anbieter Ihrer Wahl mit. Zusätzlich erhalten Sie das DPP-Webarchiv, ein vollständiges statisches Archiv des öffentlichen Teils aller veröffentlichten Pässe, das Sie mit wenig Aufwand auf jedem einfachen Webserver selbst bereitstellen. Beides laden Sie herunter, solange Ihr Arbeitsbereich läuft. Hinterlegen Sie Ihre neue Adresse, bevor Sie ihn löschen; dann leitet jede alte Adresse Ihrer Pässe dorthin weiter.

Neues zu Produktpässen, die bleiben

Wir schreiben einmal im Monat, wie Produktpässe gebaut sein müssen, damit sie über Jahre erreichbar und prüfbar bleiben, in verständlicher Sprache.