Zusammenfassung
Ein Digitaler Produktpass (DPP) nach der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) oder der Batterieverordnung muss zeigen, was in einem Produkt steckt. Wie es hergestellt wird und bei wem der Hersteller einkauft, muss er in aller Regel nicht offenlegen. Rezepturen, Prozessparameter und Bezugsquellen sind Geschäftsgeheimnisse im Sinne der EU-Richtlinie 2016/943. Geschützt sind sie aber nur, wenn das Unternehmen angemessene Massnahmen zu ihrer Geheimhaltung trifft, und dazu gehört die Wahl der DPP-Plattform.
Die Schweizer DPP-Plattform Transpareo schützt dieses Wissen an sechs Stellen:
- Sie fragt keine Quellsysteme wie ERP oder PLM ab.
- Sie hält jeden Kunden in einer eigenen Datenbank.
- Lieferanten fragen ihre Vorlieferanten anonym an.
- Jedes Datenfeld ist einzeln signiert und hat seine eigene Zugriffsstufe (W3C ecdsa-sd-2023).
- KI-Anfragen gehen direkt vom Browser zum gewählten Anbieter.
- Alle Daten lassen sich vollständig exportieren, ohne Lock-in.
Ein Produktpass soll zeigen, was in einem Produkt steckt, nicht, wie Sie es herstellen und bei wem Sie einkaufen. Wo Transpareo diese Grenze zieht, an sechs Stellen erklärt.
Ein Fall aus der Praxis
Ein mittelständischer Hersteller baut Batteriesysteme für Gabelstapler. Ab Februar 2027 braucht jedes System, das er neu auf den Markt bringt, einen Produktpass. Die Daten dafür liegen längst vor, im ERP, im PLM und in den Prüfprotokollen der Fertigung.
Der Geschäftsführer zögert trotzdem. Ein Anbieter möchte einen Lesezugang zum ERP. Ein anderer fragt im Lieferantenformular nach Name und Adresse des Zellherstellers. Und das Kathodenmaterial bezieht er von einem einzigen Betrieb, den bisher kein Wettbewerber kennt.
Seine Sorge ist berechtigt. Wer Zugang zu den Quellsystemen gibt, gibt mehr heraus als den Pass. Wer Bezugsquellen in eine Plattform tippt, macht sich ersetzbar. Und wer Daten bei einem Anbieter bündelt, muss diesem Anbieter vertrauen.
Was der Pass verlangt, und was nicht
Ein Produktpass zeigt nicht allen dasselbe. Die Batterieverordnung unterscheidet drei Gruppen: die Öffentlichkeit, Personen mit berechtigtem Interesse wie Reparaturbetriebe oder Recycler, sowie Behörden und notifizierte Stellen. Die Ökodesign-Verordnung lässt die Regeln der übrigen Produktgruppen ebenfalls festlegen, wer welche Angaben sehen darf.
Vieles, was ein Hersteller schützen will, verlangt der Pass gar nicht: Prozessparameter, Konditionen, die Namen der Vorlieferanten, solange der Rechtsakt sie nicht ausdrücklich fordert. Was er verlangt, sieht oft nur eine Behörde oder ein berechtigter Betrieb.
Das Recht steht dabei auf Ihrer Seite. Die europäische Richtlinie über den Schutz von Geschäftsgeheimnissen nennt Informationen über Kunden und Lieferanten ausdrücklich. In der Schweiz schützen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und das Strafgesetzbuch Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse.
Eines wird dabei oft übersehen: Geschützt ist ein Geheimnis nach der Richtlinie nur, wenn Sie angemessene Massnahmen zu seiner Geheimhaltung treffen. Die Wahl Ihrer DPP-Plattform ist deshalb selbst eine solche Massnahme.
Sechs Stellen, an denen Transpareo Ihr Wissen schützt
1. Ihre Quellsysteme bleiben zu
Transpareo fragt Ihr ERP, MES, PIM oder PLM nie ab und bekommt keine Zugangsdaten dazu. Ihr System reicht ein freigegebenes Datenpaket ein, und zurück kommen nur Quittungen: die URL des Passes, die Versions-ID, der Publikationsstatus und Validierungsmeldungen. Ihr Sicherheitskonzept bleibt damit kurz, weil die Daten nur in eine Richtung in den Pass fliessen.
2. Ihre Daten liegen getrennt, jeder Zugang ist begrenzt
Jeder Kunde hat eine eigene Datenbank, Geheimnisse wie API-Schlüssel sind mit einem eigenen Schlüssel je Arbeitsbereich verschlüsselt. Jeder API-Nutzer erhält eigene Zugangsdaten, und gesperrt ist alles, was Sie nicht ausdrücklich erlauben. Einen Zugang begrenzen Sie auf Produkte, Laufzeit und IP-Adressen und widerrufen ihn jederzeit. Mitarbeitende von Transpareo öffnen Ihren Arbeitsbereich nur über eine Anmeldung, die in Ihrem Sicherheitsprotokoll steht.
3. Bezugsquellen bleiben beim Lieferanten
Ihr Lieferant gibt Ihre Fragen an seine eigenen Lieferanten weiter, über beliebig viele Stufen und auf Wunsch ohne Ihre Marke und Ihr Produkt. Wen er gefragt hat, sehen Sie nicht, nur wie viele Anfragen weitergegeben wurden. Jede Anfrage ist mit einer PIN geschützt, und jede Antwort kommt als Vorschlag an und ändert Ihren Datensatz erst, wenn Sie sie Feld für Feld übernehmen. Warum gerade das bessere Daten bringt, steht in unserem Beitrag über die Bezugsquellen Ihrer Lieferanten.
4. Jeder sieht nur seine Felder und kann sie prüfen
Die Öffentlichkeit sieht den öffentlichen Pass, ein Reparaturbetrieb ein paar Felder mehr, eine Behörde alles. Felder, auf die ein Leser keinen Anspruch hat, fehlen in seiner Ansicht ganz. Weil wir jedes Feld einzeln signieren (W3C ecdsa-sd-2023), prüft auch ein zusätzlich offengelegtes Feld offline gegen Ihren Schlüssel. Mit «Bring Your Own Key» signieren Sie über einen eigenen Signaturdienst, der private Schlüssel bleibt bei Ihnen, und wir können kein Feld nachträglich erfinden.
5. Der KI-Assistent arbeitet allein für Sie
Sie wählen den KI-Anbieter, europäische Anbieter stehen in der Auswahl vorn, auch ein Modell im eigenen Haus ist möglich. Die Anfragen des Assistenten im Applikations-Manager gehen von Ihrem Browser direkt zum Anbieter, und Ihre Gespräche erreichen unsere Server nie. Der Assistent hat nie mehr Rechte als die Person, die ihn nutzt, und Veröffentlichen wartet auf Ihre Freigabe.
6. Sie können jederzeit gehen
Ihr Tarif ist monatlich kündbar. Alle Daten exportieren Sie als CSV, XLSX, JSON-LD oder SQL oder holen sie per REST-API ab, für eine andere DPP-Applikation oder für Einkauf, Fertigung und Entwicklung. Der Pass erscheint unter Ihrer Domain, ohne Transpareo-Branding, und die Anzeige-App Transpareo Time Machine ist Open Source.
| Stelle | Was geschützt bleibt |
|---|---|
| Import | Zugang zu ERP, MES, PIM und PLM |
| Datenhaltung | Ihre Daten gegenüber anderen Kunden und gegenüber uns |
| Lieferkette | Bezugsquellen Ihrer Lieferanten und deren Vorlieferanten |
| Offenlegung | Felder, die einer Lesergruppe nicht zustehen |
| KI-Assistent | Ihre Gespräche und Ihre Wahl des Anbieters |
| Ausstieg | Ihre Unabhängigkeit von Transpareo |
Was wir bewusst nicht sehen, und was das kostet
Einige dieser Grenzen gelten auch für uns. Wir haben keine Zugangsdaten zu Ihren Quellsystemen. Wir lesen Ihre Gespräche mit dem KI-Assistenten nicht, weil sie unsere Server nie erreichen. Wir sehen nicht, wen Ihre Lieferanten angefragt haben. Und mit Ihrem eigenen Schlüssel können wir keinen Wert in Ihrem Namen signieren.
Das hat seinen Preis, und wir nennen ihn offen. Sie verlieren den Überblick darüber, wer in Ihrer Lieferkette welche Frage beantwortet hat. Der Verlauf Ihrer Gespräche mit dem Assistenten liegt nur in dem Browser, in dem Sie ihn geführt haben. Wir halten beides für den richtigen Preis.
Was eine Plattform nicht sieht, kann sie weder verlieren noch verwerten noch herausgeben.
Vertraglich ist das ebenfalls festgehalten. Personenbezogene Daten verarbeitet Transpareo nach einem Auftragsverarbeitungsvertrag auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln, nur auf Ihre Weisung, und Ihre Produktdaten nach unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen so, wie Sie es in der Plattform festlegen, auf Servern in Deutschland. Verlangen Sie nach der Kündigung die Löschung, wird der Schlüssel Ihres Arbeitsbereichs vernichtet, und von Ihrer Datenbank bleibt nur, was Ihre veröffentlichten Pässe abrufbar hält, wie es das Recht verlangt. Sobald Ihre Pässe beim EU-Register registriert sind, liegen ihre Versionen zusätzlich im vorgeschriebenen Archiv, in der Regel zehn Jahre ab der Registrierung.
Was Sie als Nächstes tun können
Legen Sie für jede Angabe Ihres künftigen Passes fest, wer sie sehen darf: Öffentlichkeit, berechtigte Betriebe oder nur Behörden. Was der Rechtsakt nicht verlangt, gehört nicht in den Pass. Fragen Sie dann jeden DPP-Anbieter, den Sie prüfen, nach den sechs Stellen oben. Unsere Checkliste für die Wahl eines DPP-Anbieters hilft dabei.
Wer es selbst sehen will, öffnet unsere Demo ohne Registrierung: einen offenen Applikations-Manager und Beispielpässe.
Fragen zu diesem Beitrag
Braucht Transpareo Zugang zu meinem ERP?
Nein. Ihr System reicht ein freigegebenes Datenpaket über unsere Schnittstelle ein, oder Sie importieren eine Tabelle. Zugangsdaten zu Ihren Quellsystemen erhalten wir nie.
Kann Transpareo meine Daten sehen?
Mitarbeitende von Transpareo öffnen einen Arbeitsbereich nur über eine Anmeldung in Ihrem Namen, die in Ihrem Sicherheitsprotokoll festgehalten wird. Ihre Gespräche mit dem KI-Assistenten erreichen unsere Server nie.
Muss mein Lieferant mir seine Vorlieferanten nennen?
Nein. Er gibt Ihre Fragen weiter, ohne Namen zu nennen. Verlangt der Rechtsakt einen Produktionsbetrieb, nennt er ihn in seiner Antwort, und der Betrieb steht im Pass.
Was sieht eine Behörde, was die Öffentlichkeit?
Das legen Sie je Feld fest, im Rahmen dessen, was der Rechtsakt vorgibt. Jede Lesergruppe sieht nur ihre Felder, und jedes davon ist für sich signiert.
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich kündige?
Sie exportieren sie vollständig. Der Arbeitsbereich bleibt gesperrt, bis Sie die Löschung verlangen. Ihre veröffentlichten Pässe bleiben abrufbar, wie es das Recht verlangt, und sobald sie beim EU-Register registriert sind, liegen ihre Versionen zusätzlich im vorgeschriebenen Archiv, in der Regel zehn Jahre ab der Registrierung.




