Ein T-Shirt in einem deutschen Modegeschäft ist durch vier Betriebe gegangen, bevor es dort hängt. Genäht hat es ein Konfektionär in Gazipur, nördlich von Dhaka. Den Stoff hat eine Strickerei mit eigener Färberei geliefert, das Garn eine Spinnerei weiter im Landesinneren, die Baumwolle ein Händler.
Der Digitale Produktpass, den Kleidung in der EU voraussichtlich ab 2029 tragen muss, fragt nach jeder dieser Stationen: woher die Baumwolle stammt, welche Farbstoffe im Stoff stecken, in welchen Betrieben das Shirt entstanden ist. Ausstellen muss ihn die Modemarke, und nach der Ökodesign-Verordnung der EU (ESPR) müssen seine Daten richtig, vollständig und auf dem neuesten Stand sein. Von den vier Betrieben kennt die Marke einen: den Konfektionär, dem sie den Auftrag gegeben hat, ihren Lieferanten auf der ersten Stufe. Die Strickerei steht auf der zweiten Stufe, die Spinnerei auf der dritten, der Händler auf der vierten.
Die Antworten liegen am Ende der Kette
In der Spinnerei steht kein Computer. Es gibt das Handy des Betriebsleiters. Nach den Zahlen des Statistikamts von Bangladesch für 2025, über die The Business Standard berichtet, besitzen 72 Prozent der Haushalte ein Smartphone und 9 Prozent einen Computer. Die Frage nach der Herkunft der Baumwolle muss also auf dieses Handy, auf Bengalisch, ohne Konto, Passwort oder Schulung, und die Antwort muss durch drei Betriebe zurück, bevor sie im Pass der Marke steht.
Für die Akkus von E-Bikes und E-Scootern nennt der Leitfaden der EU-Kommission ab dem 18. Februar 2027 50 Pflichtangaben, und die meisten davon liegen ebenso weit hinten in der Kette, bei Zell- und Materialherstellern.
Liegen die Angaben vor, sind die Pässe in Transpareo in wenigen Minuten veröffentlicht: Sie importieren eine Tabelle, legen daraus die Pässe an und veröffentlichen sie. Die eigentliche Arbeit ist das Einsammeln der Angaben, und es lohnt sich, damit lange vor dem Stichtag zu beginnen.
Wie Transpareo Upstream funktioniert
Genau für diese mühsame Arbeit haben wir Transpareo Upstream gebaut. Sie fragen Ihre Lieferanten direkt aus Ihrem Arbeitsbereich, in sechs Schritten:
- Sie wählen die Felder, die ein Lieferant ausfüllen soll, und er bekommt einen Link.
- Ihr Lieferant antwortet auf seinem Handy und gibt, was er nicht weiss, an seinen eigenen Lieferanten weiter, der dasselbe tun kann.
- Jede Stufe überprüft jede Antwort der Stufe darunter, übernimmt einen Wert, berichtigt ihn oder schickt ihn mit einer Anmerkung zurück.
- Was eine Stufe übernimmt, gibt sie unter ihrem eigenen Namen weiter und steht damit dafür ein.
- Die Antwort Ihres direkten Lieferanten überprüfen Sie ebenso, Feld für Feld und in Ihrer Sprache.
- In Ihren Datensatz gelangt nur, was Sie übernehmen oder berichtigen.
Wie Sie Lieferanten nach Daten für den Produktpass fragen
Für das T-Shirt tragen Sie Ihren Konfektionär als Lieferanten ein und kreuzen an, was Sie von ihm wissen möchten, etwa die Faserzusammensetzung, das Gewicht, die Herkunft der Baumwolle und die Produktionsstätten. Was dem Pass noch fehlt, ist bereits angekreuzt, und oft ist die Auswahl damit fertig. Dazu legen Sie fest, bis wann Sie die Antwort erwarten.
Der Konfektionär bekommt einen Link per Mail, von der Adresse Ihres Arbeitsbereichs. Der Link lässt sich auch in jeden Messenger kopieren oder am Telefon vorlesen, denn in seinem Code fehlen Zeichen, die man leicht verwechselt, wie die Null und das O.
Was der Lieferant sieht

Der Konfektionär öffnet den Link auf seinem Handy und sieht eine Seite in Ihrem Logo und Ihren Farben. Darauf steht, wer fragt, um welches Produkt es geht, und darunter Ihre Fragen, nur diese. Ein Konto braucht er nicht, eine App ebenso wenig, und auch keine Schulung.
Jede Frage kommt in der Form, die zu ihr passt. Ein Land wählt er aus einer Liste, ein Gewicht trägt er mit seiner Einheit ein, ein Foto lädt er direkt vom Handy hoch. Klingelt mitten im Ausfüllen das Telefon oder bricht die Verbindung ab, ist nichts verloren.
Probieren Sie es jetzt selbst aus: Öffnen Sie die Beispielanfrage an einen Lieferanten mit der PIN 123456 und antworten Sie als Lieferant. Sie liegt in unserem öffentlichen Demo-Konto, das ohne Registrierung offensteht und neben der Anfrage auch den Pass des T-Shirts zeigt, mit jedem Material und seinem Herkunftsland. Das Konto setzt sich jede Stunde zurück.
Drei Schutzstufen
Ein Link wird schnell weitergeleitet, darum ist er auf drei Ebenen geschützt.
Die erste ist eine PIN. Der Lieferant wählt sie beim ersten Öffnen selbst; sie steht in keiner Mail, und auch Sie bekommen sie nie zu sehen. Um schon das erste Öffnen zu schützen, lassen Sie Transpareo die PIN erzeugen und geben sie auf einem zweiten Weg weiter, etwa am Telefon. Nach wenigen Fehlversuchen sperrt sich der Link für eine Weile, und Sie erfahren davon. Vergisst ein Lieferant die PIN, bekommt er von Ihnen eine neue, und an der Anfrage ändert sich sonst nichts.
Die zweite ist Datensparsamkeit. Vor der PIN zeigt die Seite nichts vom Produkt, danach nur, um welches Produkt es geht, und Ihre Fragen. Wer einen Link samt PIN in die Hände bekommt, erfährt nicht mehr als das.
Die dritte ist ein eigener Zugang. Mitarbeitende eines Lieferanten, mit dem Sie eng zusammenarbeiten, laden Sie in den Applikations-Manager ein. Dort melden sie sich an, auf Wunsch mit einem zweiten Faktor, und beantworten Ihre Anfragen ohne PIN.
Vorausfüllen oder leer lassen
Ob der Lieferant sieht, was Ihr Datensatz schon enthält, entscheiden Sie bei jeder Anfrage. Ohne Ihr Zutun beginnen alle Felder leer, und er sieht nur Ihre Fragen. Das haben wir mit Absicht so gewählt: Was in Ihrem Datensatz steht, kann vertraulich sein, und es soll nur dann bei einem Lieferanten landen, wenn Sie es ausdrücklich wollen.
Sollen ihm Ihre bisherigen Angaben helfen, geben Sie sie ihm mit. Steht die Faserzusammensetzung schon da, bestätigt er sie oder korrigiert einen Anteil und muss nichts neu eintippen.
Wenn die Antwort beim Vorlieferanten liegt
Der Konfektionär kennt Gewicht, Grössen und Nähte. Woher die Baumwolle stammt, weiss er nicht. Also fragt er seine Strickerei, direkt von seiner Seite aus: Er wählt die Fragen, die sie beantworten soll, und bekommt dafür einen eigenen Link mit eigener PIN. Den schickt er ihr, wie er es gewohnt ist, per Mail, Messenger oder Telefon. Einen Zugang zu seinem Postfach braucht Transpareo dafür nicht.
Die Strickerei fragt die Spinnerei, die Spinnerei ihren Baumwollhändler, und der Händler kann seinerseits weiterfragen. Eine Anfrage reicht so tief in die Lieferkette, wie es nötig ist. Ziehen Sie Ihre Anfrage zurück, schliessen sich alle Anfragen darunter im selben Moment.
Ihre Marke steht dort, wo Sie die Geschäftsbeziehung haben: Ihr direkter Lieferant sieht eine Seite in Ihrem Logo und Ihren Farben. Weiter unten fragt jeder Lieferant in seinem eigenen Namen und entscheidet selbst, wie viel er von seinem Kunden zeigt. Standardmässig trägt die Anfrage, die er weitergibt, Ihr Logo, die Website Ihres Arbeitsbereichs und den Datensatz; schaltet er Marke und Datensatzdetails verbergen ein, öffnet sie sich unter einer neutralen Adresse von Transpareo mit deren Logo und zeigt weder Ihren Namen noch das Produkt. Bei Ihrer Anfrage sehen Sie nur, wie viele Anfragen von ihr aus weitergegeben wurden, über alle Stufen gezählt, und nie, wen Ihr Lieferant gefragt hat, denn ein Lieferant gibt Ihre Fragen weiter, wenn seine Bezugsquellen bei ihm bleiben.
Jede Stufe überprüft die Stufe darunter
Die Antwort der Spinnerei geht an den, der sie gefragt hat, die Strickerei. Die sieht jeden Wert, übernimmt ihn oder schickt ihn mit einer Anmerkung zurück. Was sie übernimmt, führt sie mit ihren eigenen Angaben zum Stoff und zur Färbung zusammen, berichtigt es bei Bedarf und schickt ihre ganze Antwort unter ihrem Namen weiter. So geht es Stufe für Stufe, bis die Antwort Ihres direkten Lieferanten bei Ihnen eintrifft.
Jeder überprüft nur, was von Firmen kommt, die er selbst gefragt hat.
So kommt bei Ihnen eine einzige, zusammenhängende Antwort an.
Ihre Entscheidung, Feld für Feld
Jede Antwort kommt als Vorschlag zu allen, die das Produkt bearbeiten dürfen, und Sie gehen ihn Feld für Feld durch. Jeden Wert übernehmen Sie, wie er kam, berichtigen ihn mit eigenen Worten, wobei die Fassung des Lieferanten erhalten bleibt, oder schicken ihn mit einer kurzen Begründung zurück. Der Lieferant findet Ihre Anmerkung beim nächsten Öffnen direkt neben dem Feld und beantwortet nur noch, was offen ist.
Eine Antwort ändert an Ihrem Datensatz von sich aus nichts.
Ist alles entschieden, wird daraus eine neue Version Ihres Datensatzes, mit dem Namen des Lieferanten und Ihrem. Auch Jahre später lässt sich nachlesen, welcher Wert von wem kam, denn jede Änderung an einem Produkt landet in seinem Verlauf. Fotos erscheinen erst am Produkt, wenn Sie sie übernommen haben.
Hat jemand den Datensatz geändert, während der Lieferant noch tippte, zeigt Transpareo Ihnen diese Felder zuerst, mit dem Wert von damals, dem aktuellen und dem vorgeschlagenen. Kein Vorschlag überschreibt still, was jemand anderes inzwischen eingetragen hat.
Jeder in seiner Sprache
Der Betriebsleiter der Spinnerei öffnet den Link, und die Seite spricht Bengalisch, weil sein Handy Bengalisch spricht und Bengalisch zu den Sprachen Ihres Arbeitsbereichs gehört. Er antwortet auf Bengalisch. Ihr Einkauf in Deutschland liest die Antwort auf Deutsch, und wer den veröffentlichten Pass in Frankreich öffnet, liest ihn auf Französisch.
Sobald eine Antwort eingeht, übersetzt Transpareo ihre Texte in die Sprachen Ihres Arbeitsbereichs. Zur Wahl stehen 40, darunter alle 24 Amtssprachen der EU. Codes, Zahlen, Daten und Länder bleiben, wie sie sind. Wie die Übersetzung mit Fachbegriffen umgeht, haben wir eigens beschrieben.
Wer überprüft, auf welcher Stufe auch immer, liest den Text des Lieferanten und darunter die Fassung in der eigenen Sprache. Das Original bleibt neben jeder Übersetzung gespeichert. Bei einer Pflichtangabe kommt es darauf an: Die Übersetzung ist eine Hilfe für den Leser, angegeben hat der Lieferant das Original.
Warum es sich lohnt, heute anzufangen
Für das T-Shirt heisst das: Die Herkunft der Baumwolle steht im Pass, eingetragen von dem, der sie kennt, in seiner Sprache, überprüft auf jeder Stufe bis zu Ihnen. Transpareo Upstream macht das Antworten für jeden Lieferanten leichter und schneller. Bis alles beisammen ist, was ein Pass verlangt, braucht es trotzdem Zeit, denn jede Stufe trägt ihre Angaben zuerst selbst zusammen und fragt, wo nötig, bei ihrem eigenen Lieferanten nach.
Diese Zeit ist gut angelegt, denn ein Pass bietet mehr als Compliance. Im Laden beantwortet er vor dem Kauf die Fragen nach Material, Herkunft und Pflege, und nach dem Kauf bleibt er ein Kanal zu Ihren Kunden, den Sie jederzeit aktualisieren können. So wird er zum Marketinginstrument direkt am Produkt. Darum lohnt es sich, heute anzufangen: Was Sie jetzt aus den Antworten Ihrer Lieferanten übernehmen, erreicht Ihre Kundschaft, sobald Sie den Pass veröffentlichen.
Fragen zu diesem Beitrag
Braucht der Lieferant ein Konto oder eine App?
Nein. Er braucht den Link und einen Browser, auf dem Handy oder am Computer. Beim ersten Öffnen wählt er eine PIN, und von da an öffnet sich die Anfrage nur mit ihr. Diese PIN kennt nur er, auch Ihnen wird sie nicht angezeigt. Lassen Sie die PIN stattdessen von Transpareo erzeugen, sehen Sie sie in der Anfrage und geben sie auf einem zweiten Weg weiter; in der Mail mit dem Link steht nie eine PIN.
Wie komme ich an Passdaten von Vorlieferanten?
Sie fragen Ihren direkten Lieferanten. In Transpareo Upstream gibt er die Fragen, die er nicht beantworten kann, an seinen eigenen Lieferanten weiter, mit eigenem Link und eigener PIN, und dieser kann sie wiederum weitergeben. Jede Stufe überprüft die Antworten der Stufe darunter, bevor sie ihre eigene Antwort weiterschickt. So kommen auch die Werte von der zweiten und dritten Stufe geprüft und unter dem Namen Ihres direkten Lieferanten bei Ihnen an.
Wie viele Stufen tief reicht eine Anfrage?
So tief, wie Ihre Lieferkette reicht. In Transpareo Upstream kann jeder Lieferant weitergeben, wonach er gefragt wurde, und dessen Lieferant ebenso, ohne Begrenzung der Stufen. Ziehen Sie Ihre Anfrage zurück, schliessen sich alle Anfragen darunter im selben Moment.
Sehe ich, welche Lieferanten mein Lieferant gefragt hat?
Nein. Sie sehen nur, wie viele Anfragen unter Ihrer Anfrage weitergegeben wurden, über alle Stufen gezählt. Wen er gefragt hat und was diese Firmen geantwortet haben, bleibt bei ihm; was er davon übernimmt, kommt unter seinem Namen zu Ihnen.
Was geschieht, wenn ein Lieferant nicht antwortet?
Vor Ablauf der Frist erinnert Transpareo ihn zweimal per Mail. Ist für ihn keine Adresse hinterlegt, bekommen Sie die Erinnerung, um sie weiterzugeben. Reicht die Zeit nicht, verlängern Sie die Frist.
Kann ein Lieferant auch Fotos schicken?
Ja, direkt vom Handy. Die Bilder bleiben unter Verschluss, bis Sie die Antwort überprüfen, und erscheinen erst am Produkt, wenn Sie sie übernehmen. Abgelehnte Bilder werden gelöscht.




